NEWSLETTER | TWITTER | FACEBOOK | | IMPRESSUM | KONTAKT

    PREISTRÄGER  >

Thor - The Dark Kingdom © Walt Disney Studios

Der Butler © Prokino
Gravity © Warner Bros. Pictures

   Sie sind hier: Startseite > Preisträger > P > Roman Polanski

Roman Polanski


Roman Polanski & Ewan McGregor, Der Ghostwriter © Kinowelt Filmverleih GmbH

 Roman Polanski & Ewan McGregor, Der Ghostwriter © Kinowelt Filmverleih GmbH


Roman Polanski in Wanted And Desired © STUDIOCANAL
© STUDIOCANAL

 

Roman Polanski: Wanted and Desired

 

* 18. August 1933 in Paris, Frankreich

Roman Polanski wurde als Sohn polnischer Eltern 1933 in Paris geboren. Als er drei war, zog die Familie nach Krakau zurück. 1941 wurde sein Vater nach Österreich ins KZ Mauthausen deportiert und seine Mutter nach Auschwitz, von wo sie nie zurückkehren.

 

Roman Polanski selbst wurde von einer Reihe polnischer Familien in Obhut genommen. In dieser Lebensphase wurden Filme zu seiner „beherrschenden Leidenschaft”, wie er in seiner Autobiografie „Roman Polanski” schreibt: „Sie waren meine einzige Fluchtmöglichkeit vor der Depression und Verzweiflung, die mich so oft überwältigten.” Nach dem Krieg wurde Polanski mit seinem Vater, der noch einmal heiraten sollte, wieder vereint. Mit 14 begann er eine Karriere als Schauspieler und trat am Theater, in Radiosendungen und schließlich auch in Filmen auf. 1955 besetzte Andrzej Wajda Polanski in einer kleinen Rolle in Eine Generation (1955) sowie später in Lotna (1959), Die unschuldigen Zauberer und Samson (1961).

 

Darüber hinaus spielte Polanski in Filmen wie Ewa und Czeslaw Petelskis Wracks (1957), Julian Dziedzinas Am Ende der Nacht (1957) und Janusz Morgensterns Auf Wiedersehen bis morgen (1960). Während dieser Zeit besuchte er die Krakauer Kunsthochschule, wo er Malerei und Grafik studierte. 1955 wurde er für das Regiestudium an der Filmhochschule von Lodz angenommen. Sein erster Film, Das Fahrrad (1955), ging auf ein eigenes Erlebnis zurück: Als 16jähriger war er von einem Mann beraubt worden, der wegen dreifachen Mordes gesucht wurde. Leider pfuschte das Labor und entwickelte nur die Hälfte des belichteten Materials, und so gab Polanski das Projekt auf.

Polanski:
Die Biografie von Paul Werner

 

Zwei Jahre später sorgte er an der Schule mit dem sensationellen Einminüter Das Verbrechen für Aufsehen. In diesem und einem weiteren Kurzfilm, Das Lächeln, kündigten sich bereits die verstörenden Themen von Polanskis Meisterwerken der Sechziger und Siebziger an. Aber die anderen Kurzfilme, die er an der Filmhochschule drehte, zeigten eine noch breitere Motivpalette, die er frech, witzig und zugleich reflektiert aufbereitete. Das leichtfüßige Avantgarde-Meisterstück Zwei Männer und ein Schrank (1958) drehte er als Beitrag für einen Wettbewerb für Experimentalfilme im Rahmen der Brüsseler Weltausstellung und gewann prompt die Bronzemedaille.

 

 

Bei diesen frühen Kurzfilmen, unter denen besonders Die Lampe und Wenn Engel fallen (beide 1959) herausragen, fällt besonders eine meist kritisch gefärbte Nostalgie auf. Da Polanski nie die von der Schule geforderte theoretische Dissertation fertigstellte, erhielt er auch keinen offiziellen Abschluss. Dennoch stellte ihn die Produktionsfirma ‚Kamera’ als Regieassistent an, und da er fließend Französisch sprach, arbeitete er als Assistent für Jean-Marie Drot, einen französischen Regisseur, der in Polen eine Reihe von Dokumentationen über die Kultur des Landes drehte. Darüber hinaus assistierte er Andrzej Munk bei Das schielende Glück (1960).

Chinatown

 

Zwischen 1960 und 1961 arbeitete Polanski in Paris. Hier drehte er einen weiteren Kurzfilm, Der Dicke und der Dünne (1961), in dem er auch eine der Hauptrollen spielte. Ein Jahr später kehrte er nach Polen zurück, um seinen ersten Spielfilm zu realisieren; das Drehbuch hatte er mit Jakub Goldberg und Jerzy Skolimowski geschrieben. Aber in den Mühlen der staatlichen Bürokratie verzögerte sich die Genehmigung des Skripts, und so drehte er einen weiteren Kurzfilm, Säugetiere (1962), der illegal mit dem privatem Geld von Andrzej Kostenko, dem Kameramann, und Wojtek Frykowski finanziert wurde.

 

 

Danach begann Polanski mit seinem Spielfilmdebüt Das Messer im Wasser (1962). Obwohl der Film nur in wenigen polnischen Kinos zu sehen war und von Wladyslaw Gomulka, dem Parteisekretär der polnischen Kommunisten, öffentlich verdammt wurde, war er ein riesiger Erfolg im Ausland und wurde 1963 für einen Oscar® als bester fremdsprachiger Film nominiert. Das Angebot eines Hollywood-Remakes lehnte Polanski ab und verfolgte eine Karriere in Europa. In Holland drehte er Das Diamantenhalsband, eine Episode des Anthologie-Films Die Frauen sind an allem schuld.

Der Tod und das Mädchen

 

Dabei arbeitete er zum ersten Mal mit Autor Gérard Brach zusammen. Produzent Gene Gutowski, der von Das Messer im Wasser tief beeindruckt war, machte Polanski in München ausfindig und überredete ihn, mit ihm nach England zu kommen. Mit einer Finanzierung durch Compton Films produzierte Gutowski 1965 Ekel, Polanskis ersten englischsprachigen Film, zu dem der Regisseur und Gérard Brach das Drehbuch schrieben. Der Streifen gewann den Silbernen Bären bei der Berlinale und machte aus Polanski über Nacht einen Regisseur von internationalem Renommee. Darauf folgte Wenn Katelbach kommt (1965), ein Lieblingsprojekt Polanskis und Brachs, das an einem einzigen Schauplatz auf Holy Island entstand und 1966 den Goldenen Bären in Berlin gewann. Ein Jahr später drehte Polanski die angloamerikanische Vampirfilm-Hommage Tanz der Vampire. Der Regisseur selbst brillierte in einer wichtigen Rolle — neben Hauptdarstellerin Sharon Tate, die er später heiraten sollte.

 

Der amerikanische Koproduzent schnitt den Film allerdings um und verpasste ihm den Titel Pardon Me, But Your Teeth Are in My Neck, was einen Flop an den US-Kinokassen nicht verhinderte. Davon unbeeindruckt wandte sich Robert Evans, der frisch gekürte Produktionschef von Paramount Pictures, an Polanski und bot ihm die Regie der Kinoadaption von Ira Levins Bestseller Rosemarys Baby an. Der Film, der 1968 herauskam, wurde zu einem künstlerischen und kommerziellen Höhepunkt in Polanskis Schaffen.

 

Im August 1968 erlebte der Regisseur eine schreckliche private Tragödie. Die hoch schwangere Sharon Tate, Wojtek Frykowski, Abigail Folger und Jay Sebring wurden in Beverly Hills brutal von Mitgliedern der Charles Manson Family ermordet. Tief verstört und überwältigt von Trauer, musste Polanski die Arbeit an dem United Artists-Projekt Der Tag des Delphins (1973; Regie: Mike Nichols) und der Drehbuchadaption von Henri Charrières Autobiografie „Papillon” aufgeben.

 

1971 kehrte er mit Macbeth zur Filmregie zurück. Die Adaption des Shakespeare-Stücks hatte er gemeinsam mit Kenneth Tynan verfasst. Der Film hatte in England größeren Erfolg als in den USA, und Polanski entschloss sich, in Europa zu bleiben, um bei dem von Carlo Ponti produzierten Was? (1972) Regie zu führen. Zwar fiel die Farce bei Publikum und Kritik durch, aber Polanski ließ darauf seinen vielgepriesensten Film folgen: Chinatown (1974) mit Jack Nicholson. Der Thriller erhielt 11 Oscar®-Nominierungen, auch für die beste Regie. Robert Towne wurde für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet.

 

Sein nächstes Projekt, Der Mieter (1975) nach dem Roman „Le Locataire” von Roland Topor, beschrieb Polanski als „mit Fehlern behaftetes, aber interessantes Experiment”. Der Regisseur übernahm auch die Hauptrolle des gequälten Protagonisten Trelkowski, eines Polen mit französischer Staatsbürgerschaft, der sich auf perverse Weise mit seiner Vormieterin zu identifizieren beginnt und immer mehr in den Wahnsinn abgleitet — bis hin zum Selbstmord. Der Film sorgt auch heute noch für kontroverse Reaktionen, wird aber von vielen inzwischen als Meisterwerk betrachtet.

 

© Kinowelt Filmverleih


Aktuelles

18.08.13

Der Oscargewinner Roman Polanski (Der Pianist) wird heute 80 Jahre alt.


Filmographie (AusWAHL)

10.05.12

Der Gott des Gemetzels

Der Gott des Gemetzels bei Amazon.de kaufen

13.08.13

Der Pianist

Der Pianist bei Amazon.de kaufen

04.03.05

Tanz der Vampire

Tanz der Vampire bei Amazon.de kaufen

Filmpreise (AusWAHL)

23.03.03

Oscar in der Kategorie “Beste Regie” (Der Pianist).


Links

Wikipedia.de: Roman Polanski

Internet Movie Database IMDb: Roman Polanski


Das könnte Sie auch interessieren...


NACH OBEN



 

    PREISTRÄGER  >

 

 

 

 

 

Deutschland
USA
Österreich
Schweiz
Italien
England
Spanien
Dänemark
Kroatien
Tschechien
Norwegen
Polen
Bosnien und Herzegowina
Kanada
Australien
Griechenland
Indien
China
Monaco
Russland
Frankreich
Irland
Estland
Brasilien
Argentinien
Südafrika
Neuseeland
Israel
Belize
Mexiko
Japan
Vereinigte arabische Emirate
Südkorea

Copyright © 2013 Filmpreise.info - Alle Angaben ohne Gewähr.